Geschichte

Bereits neun Jahre vor Gründung des Vereins entschlossen sich die vier Kirchweyher Karl Burhop, Martin Kortmann, Rolf Lange und Wolfhard Rau ihre Heimat vom Wasser aus zu erobern. Mit selbstgebauten Booten ließen sie sich von Lastwagen oder mit der Eisenbahn sogar bis Hannoversch Münden bringen und befuhren die damals nur in Hameln und Dörverden gestaute Weser bis Dreye. Von dort mussten sie Boote und Gepäck auf kleinen Bootswagen bis Kirchweyhe schieben, denn einen Lagerplatz, oder gar ein Bootshaus an der Weser gab es nicht. Im nächten Jahr beschloss die inzwischen sechs Mann starke Gruppe, einen Verein zu gründen. Dazu heuerte man einen siebten Mann an, der allerdings nur auf dem Papier aktiv wurde. So entstand am 31. August 1949 der Wassersportverein Wiking.

Im Laufe der Jahre hatten sich etliche Mitglieder nicht nur Segelkanus, sondern richtige "Dickschiffe", sogenannte Jollenkreuzer, zugelegt und sich ganz der Segelei verschrieben. So bildeten sich zwei Gruppen im Verein mit unterschiedlichen Interessen. Zudem fehlte das räumliche Zentrum in Gestalt eines Vereinsheimes. Die Kanuten drängten auf organisatorische Selbstständigkeit. Nach längeren Diskussionen entschieden sie sich für die Gründung eines eigenen neuen Vereines.

Zum 31. Mai 1958 erklärten die Kanuten ihren Austritt aus dem "Wassersportverein Wiking", am 21. Mai haben sie zuvor den Verein "Wiking-Faltbootwanderer" aus der Taufe gehoben. Die Satzung wird am 1.Juni 1958 festgestellt und von fünfzehn Mitgliedern unterschrieben. Eine der wichtigsten Bestimmungen der Satzung legt fest, dass nur Fahrzeuge zur Ausübung des reinen Kanusports aufgenommen würden. Damit war eine Aufnahme von Seglern und die Verwendung von Bootsmotoren ausgeschlossen. Das gilt noch heute.

Die Wiking-Faltbootwanderer begannen mit Elan. Ihre Mitgliederzahl stieg bis zum Jahresende auf immerhin sechsundzwanzig. Mehr als 17500 km wurden im Fahrtenjahr zurückgelegt, zwölf Mitglieder errangen das Wanderfahrer-Abzeichen des Deutschen Kanu Verbandes.

Und wieder wurden Baupläne geschmiedet. Auf der Insel sollte eine Parzelle hinzugepachtet, und ein Gebäude mit Aufenthalts- und Sanitärraum, vielleicht sogar ein komplett neues Bootshaus errichtet werden. Mitten in die Planung platze die Mitteilung der Wasserwirtschaftsbehörden, das Außendeichsgelände müsse geräumt werden. Der junge Verein schien sogleich vor dem Nichts zu stehen, aber die Wikinger begriffen die Situation auch als Chance.

Monate intensiver Arbeit begannen, der Verein wollte in Dreye an der Weser bleiben. Schon im Frühjahr 1959 zeichnete sich eine Lösung ab. Kurz vor der Bremer Landesgrenze führte damals der sogenannte Leeste-Brinkumer-Zuleitungskanal durch ein Deichsiel und weiter bis zur Ochtum, die er mit einem Düker unterquerte. Es gelang, dieses Grundstück zu günstigen Bedingungen langfristig zu pachten, und eine Baugenehmigung sowie Genehmigung zur überquerung des Deiches zu erhalten. Damals gab es hier weder den Baggersee, noch das Industriegebiet Dreye-West, sondern von der Eisenbahn bis zum Korbhaus in Arsten nur Wiesen und Felder.

Hier errichteten die Kanuten ein Bootshaus nach ihren Wünschen, mit Clubraum, Küche, Dusche, Bootslager, einer Werkstatt, einer Hausmeisterwohnung und außendeichs einem kleinen Zeltplatz mit Feuerstelle.

Die Maurerarbeiten für den Rohbau wurden der Firma Heinrich Claus Ahrlich in Kirchweyhe übertragen. Alle anderen Arbeiten wurden von den Mitgliedern selbst ausgeführt. Jedem männlichen Vereinsmitglied waren mindestens 280 Arbeitsdienststunden zur Pflicht gemacht, über 10.000 Arbeitsdienststunden wurden geleistet. Am 18. September 1960 wurde der Grundstein gelegt, mehr als zweieinhalb Jahre später, am 25. Mai 1963 endlich konnte das neue Heim mit einer kleinen Feier eingeweiht werden.

Der eigentliche Zweck des Vereins aber, nähmlich das gemeinsame Paddeln, stand natürlich immer im Vordergrund. Früher führten die meisten Fahrten in die nähere Umgebung, vor allem auf die Weser, da Autos und Dachgepäckträger noch Mangelware waren. Trotzdem wagten sich auch schon damals einige auf große Fahrt, z.B. in den hohen Norden, bis hinauf nach Lappland - ein richtiges Abenteuer zu der Zeit.

Bis heute erforschten die Wikinger über 140 Flüsse und Seen in Deutschland, und mehr als 50 Gewässer im Ausland. So ging es mehrmals in die skandinavischen Länder - bis hinauf zum Nordkap und hinunter zum Mittelmeer.

Bei Wildwasserfahrten in den Alpen, im Harz, der Eifel und im Fichtelgebirge, bei Wattfahrten auf der Nordsee, im flachen Ostfriesland und auf den grossen Strömen wie Weser, Rhein, Donau, Main und Mosel legter der Verein bis heute über 1.000.000 km zurück, fast 30 Mal rund um die Erde.

Wer er gerne noch genauer wissen möchte, kann sich die mit vielen Fotos versehene WFW-Chronik (3,6 MB) herunterladen.

Wikinger-Chronik
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